Christina Raabs (Accenture) starkes Auftaktinterview in der WirtschaftsWoche

Christina Raabs (Accenture) starkes Auftaktinterview in der WirtschaftsWoche

6. Januar 2022

Die neue Accenture-Deutschlandchefin Christina Raab – Quelle des Fotos: Accenture

Professional Services ist meine berufliche Heimat. Differenzierung und Sichtbarkeit für Marken und Top-Entscheider seit zwei Jahrzehnten meine Profession. Female Empowerment meine Herzensangelegenheit.

Kein Wunder also, dass mich die Positionierung von Christina Raab (Accenture) besonders interessiert. Seit vergangenem September verantwortet die studierte Betriebswirtin die Geschäfte der Ländergruppe Deutschland, Österreich, Schweiz und Russland. Damit ist die Leiterin des Bereichs „Products“ in die Fussstapfen des langjährigen Deutschland-Chefs Frank Riemensperger getreten.

LinkedIn-Post von Christina Raab zur Staffelübergabe von Frank Riemensperger

Sichtbarkeit als Karrierebooster für Frauen im Consulting

So lautete letztes Jahr mein Gastbeitrag im Branchen-Magazin junior//consultant. Und daran arbeite ich kontinuierlich mit den Klientinnen der #BrandStrategists. Da ist es logisch, dass ich mir Christina Raabs erstes großes Interview in dieser Funktion besonders neugierig ansehe.

Mit Nele Husmann von der WirtschaftsWoche diskutiert sie u.a. ihre Karriere im Professional Services, einer Männerdomäne.

Denn laut WGMB finden sich in den Top-Beratungen in Deutschland weiter nur 15% Frauen auf der Top-Ebene. Insofern ist Accenture eine ganz besondere Ausnahme. Das Haus ist die erste Beratungsgesellschaft, die global und in Deutschland eine weibliche Chefin hat.

Das ist ein Glass-Ceiling-Moment

beschreibt es die WirtschaftsWoche. Woraufhin Christina Raab antwortet:

Seit zwei Jahren ist Julie Sweet unsere CEO, und ich habe die Ehre, die erste weibliche Market Unit Lead bei Accenture in Europa zu sein. Ich bin froh zu hören, dass es auch bei anderen Unternehmen immer mehr weibliche Führungskräfte gibt.
Seit ein paar Jahren schon steht es ganz oben auf unserer Agenda, Accenture zu einem diversen Unternehmen zu machen.
Unser Ziel ist es, weltweit bis 2025 einen fünfzigprozentigen Frauenanteil zu erreichen. Dieses Jahr haben wir unseren Gender-Pay-Gap auf Null reduziert. Das sind tolle Meilensteine.“

(Quelle: WirtschaftsWoche am 3. Januar 2022 „Nach der Pandemie werden wir nicht in den typischen Berater-Modus zurückgehen“)

Wie war es, an die Spitze einer solchen Männerdomäne […] zu kommen?

fragt die WirtschaftsWoche nach. Hier antwortet Christina Raab:

Es erfordert hohen zeitlichen Einsatz und viel Flexibilität. Aber ganz ehrlich: Ich habe die Reise bis hierhin in erster Linie als total spannende Aufgabe wahrgenommen. Ich bin nicht vor Jahren bei Accenture angetreten, um Market Unit Lead zu werden, sondern um mit unseren Kunden herausfordernde Programme umzusetzen und mit tollen Teams zu arbeiten.
Die Entwicklung zum aktuellen Karriereschritt ist parallel passiert. Bei meiner Entscheidung, ob ich die Rolle antreten möchte, war das nicht meine Prio eins, da ging es mir eher um die Frage, was ich inhaltlich erreichen und gestalten kann.

Und damit ist das Thema ‚Frau(en) in der Beratungsbranche‚ für Christina Raab in dem sehr umfänglichen Interview abgehandelt. Was ich gut finde!

Als Tipps hatte ich aus der Must-Read-Studie „Von Star-Gründerinnen und Quotenfrauen“ u.a. abgeleitet:

  1. Lassen Sie sich nicht (oder nur wohldosiert) zu stereotypen ‚Frauenthemen‘ befragen. Denn: In jedem 4. Interview wird das Geschlecht der Gesprächspartnerin thematisiert – bei Männern ist es nur jeder 100.
  2. Setzen Sie selbst Ihre individuellen Schwerpunkte und heben den professionellen Kontext hervor. Befriedigen Sie das generelle Medieninteresse an Top-Managerinnen, ABER nehmen Sie dabei selbst die Karten in die Hand und nutzen alle Sichtbarkeitsstrategien.

Authentizität und sich selbst treu bleiben

Wie wichtig dieses Christina Raab ist, liest sich nicht nur aus dem besagten WiWo-Auftaktinterview heraus. Sie hatte es bereits vorher im „Fragebogen „Nahaufnahme“ mit Accenture-Deutschlandchefin Christina Raab, die eine Nachteule ist und oft krümelt“ thematisiert.

Auf die Frage von Claudia Tödtmann

„Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

antwortet Christina Raab am 1. November 2021:

Anna Wintour, Chefredakteurin der Vogue. Diese Frau zeigt nicht nur mit ihrer Frisur Kante: Sie hat sich über Jahrzehnte immer wieder mit kontroversen Entscheidungen hervorgetan und ist dabei ihrer Person treu geblieben. Ich fände es außerdem spannend, 24 Stunden lang einen Einblick in diesen sehr speziellen Teil der Medienlandschaft zu erhalten.“

Interessant zu sehen, wie sich dieses künftig auch in ihrem LinkedIn-Account niederschlägt. Noch liegt sie mit 6.000 Followern hinter ihrem globalen Pendant, Julie Sweet, mit 214.418 Followern.
Aber diese ist ja bereits seit mehr als zwei Jahren in ihrer Rolle. In meiner #Berater-Beraterin-Kolumne „Zwei erfolgreiche Social CEO: Julie Sweet und Matthias Tauber“ hatte ich das Thema Reputation Premium bzw. CEO Reputation Premium aufgegriffen und den Hebel von Personal Branding beschrieben.

Vielleicht wird Christina Raab ja einige der beschriebenen fünf LinkedIn-Hacks als Social CEO nutzen?

#Berater-Beraterin-Kolumne auf Consulting.de „Zwei erfolgreiche Social CEO: Julie Sweet und Matthias Tauber


Autorin: Susanne Mathony

Susanne Mathony
Susanne Mathony

Die Positionierung von Marken und Menschen sind meine Leidenschaft. Seit mehr als zwei Jahrzehnten lebe ich mit strategischer Marketing- und Kommunikationsberatung, CEO-Positionierung, PR, Thought Leadership und Storytelling meine Berufung aus. Hinzugekommen ist 2014 die Social Media-Beratung mit dem Schwerpunkt Personal Branding und -Positioning von Vorständen und Teams auf LinkedIn. Meine Heimat ist Professional Services. Auf EMEA- und globaler Ebene arbeitete ich u.a. für Andersen Consulting (heute Accenture), Strategy &, Russell Reynolds Associates sowie AlixPartners. Als ausgebildete Journalistin und Politologin startete ich meine Karriere in einem Think Tank in Washington D.C..


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