Haben Kaufhäuser den Schritt in den E-Commerce zu spät gemacht?

12. November 2020

 

Feature von Barbara Markert, Partnerin Mathony Brand Strategists, auf Sportswear International

Haben Kaufhäuser den Schritt in den E-Commerce zu spät gemacht?
Oder haben Sie einfach nicht genug Gewicht auf das Omnichannel-Geschäft gelegt?
So scheint es angesichts aktueller Nachrichten, wie etwa dass Le Groupe Printemps in den kommenden Monaten sieben Häuser schließen wird, um Verluste zu stoppen.

In Frankreich, USA und in England straucheln viele Kaufhäuser unter den #COVID19-bedingten Lockdowns. Und das, obwohl sie sich dort seit Jahrzehnten kontinuierlich erneuern und im Gegensatz beispielsweise zu Deutschland ein aktuelles und attraktives Warenangebot sowie ein ansprechendes Einkaufserlebnis bieten.

Dabei ist im stationären Einzelhandel viel richtig gemacht worden.


Ist es für die großen Läden schon zu spät, sich stärker im E-Commerce zu engagieren?

Ja und nein!

Teile des Marktes sind definitiv bereits besetzt.

FARFETCH ist das beste Beispiel dafür, wie erfolgreicher E-Commerce gelingen kann: Geschickte Kooperationen, wie die mit der Alibaba Group und Richmont Limited, haben ihre Position weiter gestärkt. Sie beweisen: Gemeinsames Handeln zahlt sich oft aus.

Viele der klassisch agierenden Kaufhäuser sind noch zu sehr auf ihre eigenen Online-Plattformen fokussiert. Das Beispiel 24S von Le Bon Marché zeigt:
Es ist schwierig, sich zu spät zu etablieren.

Die Tatsache, dass die Peek & Cloppenburg den E-Commerce-Pionier STYLEBOP.com wieder zum Leben erwecken will, halte ich dagegen für einen klugen Schachzug. Aber er muss konsequent weiterentwickelt werden.

(Quelle: Screenshot Stylebob.com)


Mehr dazu finden Sie hier:

https://www.sportswear-international.com/news/stories/Retail-COVID-crisis-Le-Groupe-Printemps-closes-stores-15635

Einige Informationen zu mir:

Seit rund 25 Jahren berichte ich über Mode – als Wirtschaftsjournalistin für die Publikums- und Fachpresse wie auch als Content-Creatorin für Mode- und Accessoires-Brands. In meinem Leben habe ich rund 5000 Modeschauen auf den internationalen Fashionweeks besucht. Als Wahl-Pariserin sitze ich an der Quelle der Trends und präsentiere diese Branche mit Leidenschaft und wirksamem Storytelling.
Ich weiß um die aktuellen Topthemen und Herausforderungen dieser Industrie, wie Digitalisierung, Diversity & Inclusion, Gen-Z-Ansprache oder Nachhaltigkeit. Seit Jahren setze ich mich für einen bewussteren und besseren Modekonsum ein.